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Hsiung-nu Artikel
Hsiung-nu (chin. Xiong-nu, dt. Schreckliche Sklaven) ist die chinesische Nennung für jene Reiternomaden, die zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert weite Teile Zentralasiens kontrollierten. Sie wurden nach Niederlagen gegen die Chinesen und benachbarte Stämme aufgesplittert und zu dem Teil westwärts abgedrängt.
In Europa wird für die Hsiung-nu häufig der Begriff Hunnen benutzt, da sie immerhin teilweise als deren Vorfahren gelten. Auch die heutigen Turkvölker sehen in ihnen - mehr oder minder berechtigt - ihre unmittelbaren Vorfahren. Aber faktisch ist weder die Identität der Hsiung-nu mit den europäischen Hunnen noch der besondere Anspruch der Türken auf ihre Geschichte eindeutig gegeben. Es handelte sich immer um Nomaden, die sich aus verschiedenen ethnischen und kulturellen Gruppierungen zusammensetzten und sich je nach politischer Großwetterlage in rudimentären Staatswesen organisierten, trennten und neu organisierten.
Buch-Tipp: Attila und die Hunnen Das Buch " Attila und die Hunnen" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. Ursprünge der hunnischen Völker |
Buch-Tipp: Attila. Das Hunnenreich und Europa Eine Bereicherung zu Altheims tw. schon überholten Arbeiten Populärwissenschaftlich gesehen, kann man meinem Vorposter schwerlich widersprechen, jedoch möchte ich anfügen dass die vorliegende Arbeit von grossem Wert für den wissenschaftlich Arbeitenden Menschen oder gar Historiker ist. Ja, dies ist eine Analyse und kein Lesebuch. Wo gesicherte... |
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Es spricht aber heute vieles für eine Herkunft der Turuk, Hsiung-nu und Hunnen aus der heutigen Mongolei und der angrenzenden Altai- und Sajangebirge . Diese Völker waren miteinander verwandt oder sogar identisch. Jedoch werden die unterschiedlichen Namen häufig zur Illustrierung unterschiedlicher Sachverhalte benutzt. Die chin. Nennung "Hsiung-nu" wird in aller Regel ca. für den Staat Mao-tuns benutzt und kennzeichnet die wohl stärker mongolisch geprägten Gruppen (Augenform usw.) in dem Osten. Die Nennung "Hunnen" kennzeichnet eher westwärts abgedrängte Gruppen der Hsiung-nu, die stärker mit indogermanischen Gruppen vermischt waren. Der Begriff taucht vor allem in dem Zusammenhang mit Attila in Europa auf. Allerdings benutzen ihn viele Autoren auch für die Hsiung-nu Chinas, damit die Völkerwanderung und die Verwandtschaft beider Gruppen illustrierend.
Nachfolgend seien hier die bekanntesten Volksbezeichnungen aufgeführt:
Hun ⇔ Huna ⇔ Khuni ⇔ Chuni ⇔ Suni ⇔ Sunni ⇔ Hunny ⇔ Gunny ⇔ Hiung-nu ⇔ Hsiung-nu ⇔ Xiong-nu ⇔ Xiyon
Buch-Tipp: Attila. König der Hunnen. Ein hervorragendes Buch Ein wirklich gelungenes Werk. Hierbei lernt man viel über die damalige Zeit, das römische Imperium und über die damaligen Probleme und Lebensweisen. Es wird äußerst gut dargestellt, wie verschieden das Leben der Hunnen und das der Römer bzw. des römischen Imperiums war. Dass sich daraus Konflikte ergeben, ist verständlich.... |
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Die Hsiung-nu gingen also wie die ihnen verwandten Hunnen aus einer Verschmelzung verschiedener Altai- und Sajanvölker hervor. Dort vermischten sich über mehrere Jahrhunderte etliche indogermanische Gruppen (Saken, Sarmaten) einerseits und proto-mongolische Volksteile aus der Taiga sowie aus dem chinesischen Randgebiet vertriebene Viehzüchter andererseits. Die Chieh, einer der 19 Stämme der Hsiung-nu-Konföderation wurden zu dem Beispiel an ihren langen Nasen und vollen Bärten erkannt (349 v. Chr.).
Im 8. Jahrhundert v. Chr. verzeichnet man am Altai bereits Pferdeschirrungen und das Fehlen fester Siedlungen. Den Chinesen waren diese Barbaren unter den nacheinander benutzten Sammel-Nennungen Jung, Ti und Hui und Hiu-yun bekannt. Die Ti werden beispielsweise in zwei Feldzügen (714 und 541 v. Chr.) als zu Fuß kämpfend beschrieben. Die Hsiung-nu - laut gängiger Überlieferung ein „Zweig“ der oben aufgeführten Stämme - waren überwiegend als Reiternomaden anzusehen. Doch einige von ihnen werden in Transbaikalien als sesshaft beschrieben.
Als legendenhafter Stammvater der Hsiung-nu und der Hunnen gilt Chungvi Khan, der erstmals 1800 v. Chr. erwähnt wird. In dem Jahre 1766 v. Chr. soll in Inschriften der chinesischen Xia-Dynastie erwähnt worden sein, dass Kia, das 17. Mitglied dieser Dynastie entmachtet wurde. Laut dieser legendenhaften Aufzeichnung begründete Kias Sohn Sunni mit 500 Stammesangehörigen den eigenständigen Hui-Stamm. Dieses Hui-Volk wurde laut Überlieferung und türkischer Turkologie zu dem tragenden Stamm der späteren Hsiung-nu und der Hunnen. Sunni begründete vielleicht auch den bedeutenden Tuyku-Klan, auf den sich vor allem die Herrscher der Hsiung-nu und der Hunnen zurückführten. Dieser war mit dem Klan der Aschina-Chuni eng verwandt und auf diesen Klan führten sich alle späteren Herrscher der Gök-Türken zurück.
Im Zeitraum 350-290 v. Chr. entstanden Befestigungsanlagen an den Nordgrenzen der chinesischen Teilreiche, die Vorläufer der Großen Mauer. Der Zhou-König Wu-ling (325-298 v. Chr.) z.B. ließ seine Truppen Reiten und Bogenschießen üben, übernahm auch die Kleidung seiner Feinde. In dem 26. Jahr seiner Regierung vernichtete er die "Wald"-Hsiung-nu. Für 318 v. Chr. wird zu dem ersten Mal ein historisches Dokument überliefert, das nicht in den Bereich der Legenden zu verweisen ist: Ein Grenz-Vertrag zwischen den Chinesen und Hsiung-nu wird unterzeichnet.
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Buch-Tipp: Die Hunnen gut gelungen Das ist ein tolles Büchlein. Für den Interessierten gibt es eine Fülle Information auf kleinem Raum. Weder ist das Buch oberflächlich (was man vielleicht wegen der Kürze vermuten könnte), noch versteigt es sich in allzu wissenschaftlichen Details. Besonders positiv: dem Autor gelingt es, trotz kleiner Quellen, zu klaren Aussagen... |
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Um 300 v. Chr. setzte sich nun bei den Steppennomaden der Hsiung-nu die Volksbezeichnung Hunne durch, während die alte Nennung Turuk ca. noch auf den hunnischen Erbadel angewendet wurde. Für diese Zeit werden von den Chinesen auch vier hunnische Stämme (Xu-la, Lan, Hiu-bu, Siu-lin) verzeichnet, sie unterstanden meist den Tanhu (Königen der östlichen Hsiung-nu) .
Im 3. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Hsiung-nu unter Tu-men (Teoman) und seinem Sohn Mao-tun (209 - 174 v. Chr.) ein großes Reich, das mehrfach Han-China bedrohte. Dieses Reich der verschiedentlich als Groß-Hunnen (türkisch: Büyük Hun) genannten Hsiung-nu umfasste formal rund 18 Millionen km². Sein Schwerpunkt war die Mongolei, speziell das westmongolische Gool Mod, das sich in der Nähe des Mongolischen Altais befand und das zentralmongolische Ötüken'de Noyon-Uul (dem heutigen Noin Ula).
Die Hauptrivalen der Hsiung-nu bei der Reichsgründung Mao-duns waren die gleichfalls nomadischen Stämme der Yüe-tschi in dem heutigen Kansu, die als Söldner der Chinesen galten. Gegen 176 v. Chr. waren sie samt ihren Nachbarn erstmals besiegt, was Mao-tun dem Han-Kaiser höflich mitteilte: "Der Große Schan-yü von Hiung-nu, den der Himmel auf den Thron erhoben hat, erkundigt sich ehrerbietigst beim Kaiser, ob er frei von Kummer sei. .... Dann hat er Lö-lan, U-sun und Ho-k´ut mit 25 naheliegenden Reichen niedergeworfen, diese sind somit alle zu Hiung-nu gemacht, und die Völker, welche Bogen spannen, sind nunmehr zu einer einzigen Familie vereinigt."
Für das Hsiung-nu-Reich Mao-tuns (Mete Bagatir, Maotun, Batur) sind uns durch die chinesischen Schriftgelehrten des Altertums zwei Banner überliefert worden, die sich allerdings sehr ähnlich waren: Goldfarbene und Rote Tücher mit einem Drachen in der Mitte, die sich die beiden Hsiung-nu-Herrscher von den Chinesen entliehen hatten. Vor der Reichsgründung führten die Stämme der Hsiung-nu und der Hunnen weiße Tücher, in denen mittig ein goldener Wolfskopf aufgelegt war.
Es werden bei den Hsiung-nu auch Elemente eines frühen Staates verzeichnet. In bestimmten Bereichen galten einheitliche Gesetze und Strafen. Ferner führte Mao-tun eine schnell einsetzbare militärische Gefolgschaft (Ordu) ein und es wurde eine starke Zentralverwaltung mit mehreren Rangstufen geschaffen, die unter Mao-tuns Sohn Ki-ok (Laosheng, reg. 174–161 v. Chr.) ausgebaut wurde. Letzter führte auch eine Form staatlicher Abgaben (Steuern) ein.
Die Herrscher entstammten dem Suylyanti-Klan, einem Unterklan der Tuyku, und begründeten nun jene alttürkische Tradition, die alle nachfolgenden Steppenvölker nach ihnen für ihre "Nomadenreiche" übernehmen und ausbauen sollten; erst in dem 13. Jahrhundert würde diese Tradition durch die Militärschläge der Mongolen Dschingis Khans zerschlagen werden.
Doch über die unterworfenen Stämme herrschten die Tuyku- und Aschina-Fürsten ca. formal, denn in der Praxis bestanden die eingegliederten Stämme weiter, die Hsiung-nu tauschten ca. die jeweilige Führungselite aus. Das Hsiung-nu-Reich umfasste laut chinesischen Chroniken vier Völkerschaften und zerfielen in 24 Klans. Die bedeutenden von ihnen waren: Suylyanti, Kuyan, Lan, Suybu, Tsulin, Taychi, Uyti und Tsetszuy.
Buch-Tipp: Die Kultur der Hsiung-Nu und die Hügelgräber von Noin Ula Die Beschreibung für das Buch " Die Kultur der Hsiung-Nu und die Hügelgräber von Noin Ula" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
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Die Chinesen der Han-Zeit beschrieben die Hsiung-nu als "kampfeslustige, kraftvolle Menschen mit unterentwickelter Kultur", jedoch sei das "Kriegshandwerk bei ihnen äußerst hoch entwickelt". Besonders die Reiterei und die Kunst des Bogenschießens wurden von den Chinesen hervorgehoben.
Einflußbereich der Hsiung-nu (209 v. Chr. – 216 n. Chr.)
Mao-tun starb 174 v. Chr. und dessen Sohn Ki-ok (auch: Laosheng) trat die Nachfolge an. Unter Ki-oks Regierung bedrohten die Hsiung-nu 166 v. Chr. Chinas Hauptstadt Chang-an. Gegen 160 v. Chr. griffen sie ihre Erzfeinde, die Yüe-tschi an und besiegten sie endgültig. Ki-ok fand bei diesem Feldzug den Tod. Mit der Vertreibung der Yüe-tschi aus der heutigen chinesischen Provinz Kansu lösten die Hsiung-nu eine große Völkerwanderung aus. In der Zeit zwischen 141–128 v. Chr. ließen sich die Yüe-tschi ihrerseits in Baktrien nieder, wo auch die mitgerissenen Saken (Teil der Skythen) verblieben.
Nach wiederholten Auseinandersetzungen besiegte Han-China unter Kaiser Wu-ti die Hsiung-nu und drängte diese in ihr eigentliches Stammland zurück: 119 v. Chr. erlitten die Hsiung-nu unter Mao-tuns Enkel Yizhixie (126 - 114 v. Chr) eine schwere Niederlage beim heutigen Urga in der Mongolei, da der Schan-yü den Chinesen unter dem Feldherrn Huo Qubing eine ungefährdete Durchquerung der Gobi nicht zugetraut hatte. Allerdings ging die chinesische Pferdezucht in diesem Krieg zugrunde, so daß den Hsiung-nu die Kontrolle der Steppe blieb (105. v. Chr. verbuchten sie wieder einen Erfolg).
In diesen Auseinandersetzungen wurde auch die Kontrolle über die Seidenstraße ein wichtiger ökonomischer Faktor für die Hsiung-nu, so dass sich die Chinesen dort festsetzten (102/101 v. Chr. und 73–94, letzteres unter General Pan Chao ).
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Aufspaltung der Hsiung-nu und Ausblick | |
Um 60 v. Chr. zerfiel der Herrschaft der Hsiung-nu in 5 Horden durch eine Folge von Bruderkämpfen, die von China gefördert wurden. Es gelang unter Hu-han-yeh (58–31 v. Chr.) noch einmal eine vorübergehende Einigung. Hu-han-yeh ging an den Hof des Han-Kaisers Chinas, unterwarf sich und triumphierte so über seine Rivalen (51 v. Chr.). Eine Horde unter Chih-chih (die Chi-Chi-Hunnen) blieb jedoch unabhängig und ließ sich in der Nachbarschaft der Alanen am Tschu nieder, wo Chih-chih 35 v. Chr. von den Chinesen überrascht und getötet wurde.
Das Hsiung-nu-Reich erneuerte sich unter Hu-han-yehs Sohn Hudur-shi-dagao (18–45/6), der die späten Han gegen Wang Mang unterstützte. Aber in dem Jahr 48 rebellierten die südlichen Hsiung-nu unter ihrem Führer Khukhenye (auch als "Pi" bekannt) gegen Hudurs Sohn P'u-nu (er regierte 45/46 – 83) und unterwarfen sich dem Kaiser von China. Im Krieg der beiden Vettern spalteten sich die Hsiung-nu in einen nördlichen (auch westlichen) Teil und in einen südlichen (auch östlichen) Volksteil auf.
Die Han hetzten sofort die benachbarten Stämme (Süd-Hsiung-nu, Sien-pi, Wu-huan, Wu-sun, Ting-ling) auf die nördlichen Hsiung-nu und siegten. In dem Jahr 87 töteten die proto-mongolischen Xian-bi den Schan-yü Yu-liu. In den Jahren 89 und 91 trugen zwei chinesische Generäle große Siege an den Chi-la-Bergen und dem Altai davon. Sie vertrieben den geschlagenen Schan-yü an den Ili und setzten seinen Bruder Yu-chu-kien ein, der aber schon 93 von den Sien-pi besiegt und getötet wurde. Damit begann die Vorherrschaft der Sien-pi in der Steppe.
Als Tan-shi-huai (ca. 156–181) die Sien-pi zu ihrem Machthöhepunkt führte, gaben die Nord-Hsiung-nu laut 3-4 chinesischen Chroniken 158 Ost-Turkestan auf und ließen sich nördlich von Kang-chu (d.h. nordöstlich des Aralsees) nieder. Ab 166 rückte Tan-shi-huai nach, erreichte den Ili . Aus den westwärts abrückenden Gruppen der Hsiung-nu gingen mit einiger Wahrscheinlichkeit die europäischen und asiatischen Hunnen (Attilas Hunnen, Chioniten, Hephthaliten) hervor.
Die Süd-Hsiung-nu, bis dahin in "Halbgefangenschaft" an der Großen Mauer (konkret in Shansi) gehalten, drangen unter Hu-chu-ch'üan (195–216) als Verbündete der untergehenden Han-Dynastie stets weiter nach Süden vor. Unter Liu Ts'ung, dem Attila Chinas (gestorben 318) eroberten sie noch einmal die Hauptstädte Jin-Chinas, wurden aber schon 352 von den nachdrängenden Mujung-Sien-pi unter ihrem Khagan Tsun vernichtet.
Die Hsiung-nu hatten sich aber mit der Zeit bedeutend verändert. Auf ihren langen Zügen hatten sie sich mit anderen - meist indogermanischen - Völkern vermischt und begannen nun, deren Kultur zu übernehmen. Sie begannen feste Städte zu errichten und mit ausländischen Staaten regen Handel zu treiben. Unter anderem gründeten die Hsiung-nu die Orte Ordu Balyk und das weiter nördlichere Kara Balagasum, das alte Kuz Ordu.
Aber auch die Städte der Seidenstraße wie Kara Hotscho, Kaschgar und Jarkand wurden von ihnen begünstigt.
Im Jahre 1957 fand man in Gool Mod, dem einstigen Heer- und Hauptlager des Hsiung-nu-Schan-yü durch Zufall eine riesige Gräberstätte der hunnischen Hsiung-nu.
Darunter auch das Grab des zwanzigsten Schan-yü, der 37 n. Chr. verstarb.
Dieses Grab wurde zwischen 2001 und 2002 von einer französisch-mongolischen Forscher-Gemeinschaft freigelegt. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass die Hsiung-nu eine fortgeschrittene Kultur hatten und nicht das „kulturlose Volk“ waren, als das sie üblicherweise dargestellt werden Obschon das Grab kurz nach seiner Fertigstellung geplündert wurde, fanden sich dort 250 Gegenstände; beispielsweise feine Goldschmiedearbeiten und chinesische Schlangenornamente, die die Drachen- und Tiersymbolik der Steppenvölker ablöste, und die die Beziehungen der Hsiung-nu zu China aufzeigten, da auch ein chinesischer Spiegel dem Grabe beigelegt war.
Ein anderes bedeutendes Gräberfeld der Hsiung-nu ist zwischenzeitlich auch in Noin Ula (älter Noyon Uul) gefunden worden.
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Diskussion über die Identität von Hsiung-nu und Hunnen | |
Es herrscht keine völlige Einigkeit über die Identität der Hsiung-nu mit den europäischen Hunnen. Gewisse Indizien sprechen jedoch stark dafür, dass beide Völkerschaften identisch waren:
- beide Stämme sprachen türkisch (siehe hierzu auch: Hunnische Sprache),
- beide Völker wurden von ihren Nachbarn mit den gleichen Schimpfwörtern bedacht,
- ihre Wanderung ist bis auf die Lücke von etwa 180 Jahren nachvollziehbar und
- laut Altheim existieren Briefe sogdischer Handelsleute aus dem 4. Jahrhundert, welche die Wörter Hsiung-nu und Hunnen synonym benutzten.
Trotzdem werden andere Möglichkeiten erwogen: Die Hun werden laut Haussig in einer chinesischen Chronik auch als Unterstamm der Sien-pi verzeichnet, so dass die europäischen Hunnen durchaus auch in dem Kontext des Sien-pi-Reiches formiert worden sein könnten. Die von den Wolgabulgaren, den Nachfolgern der Hunnen übermittelten Klannamen für Attila, seinen Sohn Ernak und andere Verwandte -Dulo und Ermi- weisen laut Altheim ca. auf eine mittelasiatische Herkunft hin, speziell auf die Tul-oq, eine Untergruppe der On-Oq, sowie auf den Balchaschsee. Der regierende Klan muß also nichts mit Mao-tuns Klan zu tun haben.
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Sprachverwandtschaften des Hunnischen | |
Es spricht aus sprachlicher Hinsicht heute vieles für eine Herkunft der Turuk, Hsiung-nu und Hunnen aus der heutigen Mongolei und der angrenzenden Altai- und Sajangebirge . Zu dem Beispiel, dass vor allem die Russen die Völker der heutigen Türken, Mongolen und Tungusen noch in der hiesigen Zeit als „hunnische Völker“ zusammenfassen.
Doch dürften vor allem die heutigen Mongolen und Türken mehr mit den Hunnen verwandt sein, als beispielsweise die Tungusen. Das ergibt sich aufgrund vieler übereinstimmender Begriffe des Grundwortschatzes.
Tabelle mit Sprachverwandtschaften zwischen...
| Turuk-Hunnisch
| Göktürkisch
| Türkisch
| Mongolisch
| Deutsch
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| hun | hun | halk (aus dem Persisch-Arabischen) | hün | Mensch, Volk
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| ulus, ölös | ulus, ölös | ulus | uls (altmongolisch: ulus) | Lager, Stamm, Volk, Nation
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| tengri, tanry | tengri, tanry | tanrı | tenger (daneben auch alttürkisch: tengri) | Himmel, Gott
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| kok, qoq | kök, qök | gök, mavi (aus dem Persischen) | höh (daneben auch alttürkisch: qök) | blau, Himmel
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| tengeriz, dengiz | tengis | deniz | tengis (mongolisches dalai ca. noch in der Religion) | Meer
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| khan, qan | khan, qan | han | haan, xaan (daneben auch alttürkisch: qan) | Herrscher, König
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| khaghan, qaqan | khaghan, qaqan | kağan | haan, xaan (altmongolisch: hagan; daneben auch alttürkisch: qagan) | Herrscher, Kaiser
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| khanum, qanum | khanum, qanum | hanım | khatan (daneben auch alttürkisch: qanum) | vornehme Dame, Herrscherin; heute auch Bedeutung von: Ehefrau
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| ordu | ordu/orda | ordu | ördö | Horde, Heer, Armee
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| orta | orta | orta | örtö | Gemeinschaft
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| altan, altyn | altun, altyn | altın | altan (daneben auch alttürkisch: altyn) | Gold, golden
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| su | su | su | us (daneben auch alttürkisch: su) | Wasser
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| akh, aq | ak, aq | ak | aq | weiß
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| khara, qara | kara, qara | kara | har (daneben auch alttürkisch: qara) | schwarz
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Diese Auflistung beweist, dass vor allem die Alt-Türken als sprachliche „Erben“ der Turuk-Hunnen bzw. der Hsiung-nu anzusehen sind.
Die heutigen türkischen Hoch-Sprachen, Türkisch, Aserbaidschanisch, Turkmenisch (= Oghusisch) und Usbeko-Uigurisch weisen aufgrund ihrer frühzeitigen Islamisierung seit dem 8. Jahrhundert einen großen arabisch-persischen Einfluss auf. Doch bereits in den Sprachen der Tataren, Kasachen und Kirgisen (= Kyptschakisch) nimmt dieser islamische Einfluss bereits merklich ab und in den Sprachen der Altai-Türken (= Kirgis-Kyptschakisch) fehlt er völlig. Die letzteren zeigen vielmehr einen fließenden Übergang in das Mongolische, während die nordöstliche türkische Sprache, das Nordtürkische, unter anderem die Sprache der Jakuten, einen großen tungusischen Spracheinfluss aufweist (damit könnten weitläufig die Turksprachen der hiesigen Zeit in dem aller weitesten Sinne als „hunnische“ Sprachen betrachtet werden).
Bei den europäischen Nachfahren der alten On(o)guren, den Tschuwaschen, ist für den Laien die hunnisch-türkische Herkunft dieses Wolgabulgarischen nicht mehr und für einen türkischen Muttersprachler kaum noch zu bemerken - zu sehr gingen die alten Hunno-Bulgaren in den benachbarten slawischen und finnischen Sprachen auf, während das hunno-bulgarische Donaubulgarische auf dem Balkan völlig verschwand.
Siehe auch: Geschichte der Mongolei
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